„Solidarität ist unsere Waffe!“ – Redebeitrag zum 18. März

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Am Tag der politischen Gefangenen, dem 18.03. hielten wir auf der Kundgebung „Freiheit für alle Antifas“ organisiert von der antifaschistischen Mitmach-Kampagne „Den Rechten die Räume nehmen“ folgenden Redebeitrag:

„Solidarität ist unsere Waffe!“
Heute häufig zur Floskel verkommen, stimmt diese Aussage trotzdem!

Mit den Repressionsbehörden, von Polizei bis Geheimdienst, steht uns ein Machtapparat gegenüber, gegen den wir uns alleine nicht schützen können. Dafür müssen wir zunächst auch begreifen, dass wir als Antifaschist:innen nie nur als Einzelpersonen angegriffen werden. Konkret trifft Repression in der Regel Einzelne und staatlicherseits ist das auch genauso gewollt. Aber Antifaschist:innen werden nicht einfach nur wegen eines persönlichen Regelverstoßes verfolgt, sondern immer auch aufgrund ihrer gemeinsamen politischen Arbeit. Das bedeutet die Parole „Getroffen hat es einen, gemeint sind wir alle“.

Wenn in der Bundesrepublik und auch anderswo Antifaschist:innen vor Gericht gezerrt werden, nach ihnen gefahndet wird, sie Haftstrafen bekommen oder sie, wie im Fall Maja, rechtswidrig ausgeliefert werden, an ein Land wie Ungarn, in welchem politische Prozesse eben noch weniger an irgendwelche Standards gekoppelt sind als in Deutschland, dann sind wir immer alle als Antfiaschist:innen gemeint und angesprochen und sollten dies als Einschüchterungsversuch verstehen.

Wir müssen überhaupt nicht mit jeder einzelnen Äußerung oder vorgeworfenen Tat einverstanden sein, um zu verstehen, wie wichtig der Zusammenhalt, wie wichtig die Solidarität ist. Irgendwo fängt es immer an, dass Einzelne fertig gemacht werden – danach hört es jedoch nicht auf.

Aber Solidarität wirkt: Vom Geld Sammeln, Öffentlichkeit schaffen, Briefe schreiben, über das Zusammenstehen bei Gerichtsverhandlungen bis hin zu dem „Nicht-Vergessen“ derjenigen, die Opfer von Repression geworden sind. Kaum eine Geldstrafe wäre alleine zu stemmen. Die Vereinsamung wäre vorprogrammiert. Die Öffentlichkeit würde entweder nichts mitbekommen oder es gäbe keine Gegenöffentlichkeit.

Viele Genoss:innen würden wohl ihre politische Arbeit nicht machen können, wenn sie nicht wüssten, dass eine Bewegung hinter ihnen steht – gerade auch dann, wenn es hart auf hart kommt. Solidarität federt also nicht bloß die konkrete Repression ab, sondern sie zeigt uns und allen, dass wir als Antifaschist:innen nie alleine sind.

Solidarität heißt allerdings nicht irgendwen zu Held:innen oder irgendwas zu Heldentaten zu stilisieren, sondern Repression zurückzudrängen. Es geht nicht darum, ob wir diejenigen „mögen“ mit denen wir solidarisch sind.

Und Solidarität endet nicht bei politischer Repression durch Polizei und Justiz gegen Linke. „Solidarität ist unsere Waffe“ heißt es auch und ganz besonders beim Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Wenn wir „Solidarität mit den Streikenden“ auf unsere Transparente schreiben, dann weil wir wissen, dass ein erfolgreicher Streik das politische Bewusstsein der Streikenden und darüber hinaus stärken kann. Wir sind solidarisch, weil wir eine gute Gesundheitsversorgung haben wollen – je besser die Arbeitsbedingungen desto besser die Versorgung. Wir sind solidarisch, weil wir einen guten ÖPNV haben wollen. Wir sind solidarisch, weil wir wissen, dass wir uns nur gemeinsam gegen den sozialen Kahlschlag wehren können. Dafür brauchen wir Klassensolidarität.

Solidarität ist und bleibt das wirksamste Mittel gegen Faschos. Solidarität entzieht den Faschisten ihre Basis.

Auf dass Antifa- und die ganze notwendige Anti-Repressionsarbeit hoffentlich irgendwann überflüssig werden! Bis das soweit ist, sehen wir uns auf der Straße – niemand wird alleine gelassen!