Solidarität mit Rojava! Solidarität mit dem Aufstand im Iran! – Redebeitrag

Veröffentlicht am:

1300 Menschen waren heute in Solidarität mit Rojava und dem Aufstand im Iran in Osnabrück auf der Straße! Auf der Demonstration haben wir folgenden Redebeitrag gehalten:

Seit die islamistischen Machthaber Syriens die Kontrolle über den syrischen Gewaltapparat übernommen haben, gehen sie mit Unterstützung ihrer reaktionären türkischen Kumpane mit massiver Gewalt gegen Minderheiten und politische Gegner vor, sie richten Massaker an der Bevölkerung an, in Aleppo, an Kurdinnen und Kurden, Jesidinnen und Jesiden, Drusinnen und Drusen Alawitinnen und Alawiten. Jetzt geht es ihnen darum, Rojava zu vernichten und die dort lebenden Menschen unter ihre Gewaltherrschaft zu bringen.

Es handelt sich dabei nicht um Auseinandersetzungen, um Gebietsansprüche oder bloße Konflikte um Machtverteilungen im sich herausbildenden Staatsapparat, wie in manchen deutschen Zeitungen zu lesen ist. In Rojava stehen sich nicht einfach zwei beliebigen Konkurrenten um die politische Macht gegenüber. In Rojava stehen sich die Möglichkeit einer freien, menschlichen Gesellschaft und islamistischer Staatsterror gegenüber.

Rojava hat eine besondere Bedeutung für emanzipatorische Menschen auf der ganzen Welt. Dort werden unter Kriegsbedingungen und permanenten türkischen Bombardierungen seit 2012 reale Errungenschaften bei der Frauenbefreiung, der Säkularisierung und der demokratischen Selbstorganisierung erkämpft und verteidigt. Kämpferinnen und Kämpfer der kurdisch geführten Volks- und Frauenverteidigungskräfte YPG und YPJ stoppten 2015 den Vormarsch des Islamischen Staats in Kobanê, beendeten mit ihren Verbündeten die Massaker an den Jesidinnen und Jesiden in Sindschar und besiegten den IS als Territorialmacht schließlich 2017 durch die Befreiung Raqqas.

Heute wird Kobanê erneut von Islamisten belagert, die Bevölkerung dort ist weitgehend ohne Strom und Wasser.

Heute weht durch die Invasion islamistischer Kräfte wieder die Fahne des IS über Raqqa.

Heute werden tausende von IS-Kämpfern aus von den Islamisten eroberten Gefängnissen befreit.

Heute werden durch islamistische Regierungsstruppen Statuen von YPJ-Kämpferinnen niedergerissen.

Heute werden Friedhöfe, auf denen Kämpferinnen und Märtyrer für eine bessere Welt ruhen, von Islamisten zerstört.

Heute werden die Leichen von Gefallenen, für ihre Freiheit kämpfenden Frauen von Islamisten misshandelt.

Und die deutsche Regierung und der Rest der selbsterklärten westlichen Wertegemeinschaft stört sich nicht daran. Hatte der deutsche Außenminister 2019 noch die bodenlose Unverschämtheit, den Sieg über den IS auch für die BRD zu reklamieren, kollaboriert die EU und die BRD heute offensiv mit denen, die IS-Anhänger aus Gefängnissen befreien. Die erhoffte stabile Nachkriegsordnung in Syrien, in die endlich wieder abgeschoben werden soll, ist eine Friedhofsordnung, die Frauen aus dem öffentlichen Leben verbannt und sie sowie religiöse und ethnische Minderheiten in permanenter Angst vor islamistischer Gewalt leben müssen.

Es geht für uns darum, dieser Gewalt ein Ende zu setzen.

Es geht für uns darum, mit den Menschen, die den islamistischen Vormarsch konkret bekämpfen, solidarisch zu sein und an ihrer Seite zu stehen.

Es geht für uns darum, die Existenz Rojavas, die Möglichkeit einer besseren, einer freien, einer menschlichen Welt zu verteidigen.

Auch im Iran kommt es seit Wochen zu einem Aufstand gegen das Mullah-Regime. Ausgelöst durch die desaströse ökonomische Lage im Land haben sich die Proteste ausgeweitet zu einem breiten Aufstand gegen die Herrschaft der Ayatollahs. Weite Teile der Menschen im Iran wollen Freiheit, Säkularität und demokratische Strukturen. Dieser Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, die iranischen Revolutionsgarden feuern von Dächern wahllos auf Menschen. Die höchsten Schätzungen gehen von 16.000 Toten aus. Auch wenn in Teilen der Herrschenden im Westen die Stimmen für den Sohn des Schah und damit für die erneute Einführung einer blutigen Monarchie lauter werden, die Menschen im Iran wollen Freiheit. In der Parole „No Turban, no Crowns“ wird das deutlich. Auch hier müssen wir an der Seite der Menschen stehen, die sich gegen das blutige iranische Regime auflehnen.

In diesem Sinne:
Jin, Jiyan, Azadi
Bijî Berxwedana Rojava
Bijî Berxwedana YPG